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AUFSTELLUNG Familie

An die Familie, in die wir hineingeboren werden, sind wir gebunden, ob uns das gefällt oder nicht. Dort liegen unsere Wurzeln, unser Ursprung, egal wohin wir später gehen. Diese Tatsache gibt uns gleichzeitig aber auch das Recht, dazugehören zu dürfen, so wie die anderen Mitglieder der Familie auch.


In unserem Herkunfts- oder Ursprungssystem sind das:

  • wir selbst
  • unsere Geschwister und Halbgeschwister
  • unsere Eltern und Grosseltern sowie jeweils deren Geschwister


In unserem Gegenwartssystem sind das:

  • unser Partner
  • die eigenen Kinder und unsere Enkel.

 

Es gehören auch Menschen zum System, die etwas Wichtiges für die Existenz eines Systems getan haben, wie z. B. frühere wichtige Partner, ohne deren Verzicht es unser Herkunfts- und Gegenwartssystem nicht geben würde.

Ab und zu wird Mitgliedern einer Familie das Recht auf Zugehörigkeit verwehrt. Die einen werden bewusst ausgeschlossen, weil ihre Verhaltensweisen oder Einstellungen vielleicht den Moral- und Wertvorstellungen der Familie widersprechen, oder weil sie mit ihrem Tun jemanden tief verletzt haben. Die Familie will mit ihnen nichts mehr zu tun haben und drängt sie wissentlich aus dem System hinaus. Die Existenz der anderen wird verdrängt, weil der Gedanke an sie mit zu grossem Schmerz verbunden ist. Das ist eine gar nicht so seltene Reaktion, wenn z. B. Eltern oder Geschwister sehr früh gestorben sind: Die Familie redet nicht mehr über sie und tut, als hätte es sie nie gegeben. Dahinter steht die Hoffnung, dass man den Schmerz nicht spürt, solange man nicht an ihm rührt.

Ob jemand absichtlich oder unabsichtlich ausgeschlossen wird, die Auswirkung ist immer dieselbe. Das System hat eine Leerstelle, einen Platz, der eigentlich jemandem gehört, der jedoch von dieser Person nicht ausgefüllt wird. Die Anordnung der Familie ist gestört und das System gleicht sich aus. Das geschieht dadurch, dass ein Nachgeborener diese Lücke füllt. Obwohl er nicht einmal von der Existenz des Ausgeklammerten weiss, verkörpert der Nachgeborene den Ausgeschlossenen noch einmal in der Familie. Er identifiziert sich unbewusst und fast immer auch ungewollt mit ihm und entwickelt sehr ähnliche Verhaltensweisen und Gefühle. Er lebt dann nicht mehr sein eigenes Leben, sondern lebt ein fremdes Schicksal. Er „dient“ dem Gleichgewicht des Systems um den Preis seiner eigenen Identität.